06.11.2017

AC Fiorentina - AS ROMA 2-4

Die Zusammenfassung:

Was sagt uns das Spiel gegen Florenz? Eusebio Di Francesco hat der Roma eine Identität gegeben – die eines Chamäleons: Wandelbar, anpassungsfähig, bisweilen farbenfroh. Der Trainer setzt auf Rotation und wird von seinen Spielern am Schluss auch belohnt. Die Abwehr schwamm im toskanischen Regen zum Teil stark, nach der Pause hatten die giallorossi die Partie besser unter Kontrolle und fuhren den verdienten Dreier ein.

Die Einzelkritiken:

Alisson. Becker-Hecht. Seine Glanzparade gegen Chiesa vor der Halbzeit und gegen Veretout danach sind der Gamechanger.

Florenzi. Akku alle. Hat seine liebe Mühe mit Chiesa und zeigt sich vorne wenig gefährlich, dosiert seine schwindenden Kräfte halbwegs gut bis Schlusspfiff.

Fazio. Marmorblock. Zu Michelangelos David gesellt sich in Florenz der römische Fazio als Statue: Beim 2-2 entwischt ihm Simeone, sonst auch etwas hüftsteif.

Manolas. Himmel und Hölle. Lässt einen Konter dazu, bügelt es selbst wieder aus, blockt gefährliche Schüsse und erzielt mit mehr Glück als Verstand das 3-2. Am Ende geht's doch ins Paradies.

Kolarov. Wackelkontakt. Hinten lässt sich sich der Serbe vor dem 1-1 viel zu austanzen, ist dafür in der Offensivphase immer wieder für Gefahr gut,schlägt die Ecke zum 3-2.

Nainggolan. Thermomix. Schreddert wie in alten Zeiten alles klein, was ihm vor die Füße fällt und macht daraus leckere Snacks für die Kollegen. Beflügelt vom Nationalmannschaftscomeback.

Gonalons. Leichtfuß mit Lichtblicken. Wechselt zwischen guten Aktionen, unnötigen Ballverlusten und schlechter Zweikampfführung ständig hin und her. Unterm Schlussstrich "gut gegangen"!

Pellegrini. Blockade. Spielt ohne Präzision und Inspiration. Ganz so, als hätte ihn die Nichtnominierung durch Ventura aus dem Konzept gebracht.

Gerson. Gern so! Langes Eck, kurzes Eck, die Überraschung des Tages ist endgültig vom Abstellgleis auf die Hochgeschwindigkeitstrasse. Was noch besser werden kann ist die Defensive, beim Tor von Veretout schläft er leider.

Dzeko. Bauarbeiter. Die Architekten des Sieges sind andere, Edin hilft jedoch bei der Grundsteinlegung fleißig mit: Rackert, schafft Freiräume, spitzelt per Kopf Manolas den Ball zur endgültigen Führung zu.

El Sharaawy. Auf Sparflamme. Vom Glanz der Champions League zum verregneten Ligaalltag ist der Weg kurz. Legt zumindest sauber das 1-0 auf.

Perotti. Endläufer. Beim Staffellauf macht er zum Schluss den Deckel drauf und ärgert die Gastgeber mit klasse Dribblings.

Strootman. Sekundenkleber. Hilft in der Endphase mit, das Mittelfeld zusammenzuhalten und den Sieg nach Hause zu schaukeln.

Defrel. Auf Eis. Schafft es in 10 Minuten, mehrere Großchancen auszulassen.

01.11.2017

ROMA–Chelsea 3-0

Die Zusammenfassung:

Halloween 2017 hatte für die Roma Süßes, für den FC Chelsea dagegen nur Saures zu bieten. Mit dem schnellsten Champions-League-Tor der Vereinsgeschichte ebnete El Sharaawy früh den Weg zum Erfolg. Zwar überließ man den Londonern im Anschluss die Kontrolle über das Spiel, doch weder der spielfreudige Hazard noch der völlig freie Morata wussten etwas mit ihren Chancen anzufangen. Dafür nutzte El Sharaawy den Stellungsfehler vom Ex-Römer Rüdiger eiskalt zum 2-0. Danach war die Partie gelaufen, in der zweiten Hälfte kam Chelsea nur noch zu einem Schuss Richtung Tor. Dabei zog sich die Roma selten komplett zurück, sondern unterstrich mit einer hohen Abwehr und starkem Pressing ihre Überlegenheit, den Schlusspunkt setzte Perotti mit einem feinen Distanzschuss. Conte und seine Truppe durften sich bei den römischen Schreckgespenstern bedanken, nicht noch mehr Tore eingefangen zu haben.

Die Einzelkritiken:

Alisson. Cthulu. Jeder Ball leichte Beute für seine Tentakel. Hazard hört noch heute sein fürchterliches Lachen. Wird gegen Alonso auch gern zum Überflieger.

Florenzi. Teen-Wolf. Im Vergleich zu De Rossi (siehe da) noch ein Welpe, aber für die Roma geht er immer die Extra-Meile bis zur Erschöpfung. Mit Hazard hat er den unangenehmsten Gegenspieler, kommt nach Startschwierigkeiten gut mit dem Belgier zurecht und hilft sogar häufig beim Pressing vorne mit.

Fazio. Frankensteins Monster. Groß, stark, nicht zu überwinden. Am Schluss einmal bisschen doof gepasst, aber egal.

Juan Jesus. Freddy Krueger. Es wird ab und an brenzlig im eigenen Strafraum,  wenn er am Ball ist, was ein paar Narben hinterlässt. Am Ende bleiben jedoch die Albträume bei Morata und Co. in Erinnerung.

Kolarov. Graf Drakolarov. Der Herr über die linke Seite saugt Chelsea früh mit seinem Pass in die Tiefe, der die Führung einleitet. Danach selbst manchmal fahrig und blutleer am eigenen Strafraum, macht er aber mit Kontinuität und der Balleroberung vor dem 3-0 wieder gut.

Nainggolan. Der Gremlin. Die Pause gegen Bologna hat dem Ninja gut getan: Giftiger und beweglicher als in den Spielen zuvor, überall auf dem Platz zu finden. Sein langer Ball zum 2-0 kratzt die Londoner vollends auf.

De Rossi. Der Leit-Werwolf. Mit Abstand seine beste Partie der Saison. Verlagerte den Schwerpunkt des Spiels immer im richtigen Moment, zeigte Biss in den Zweikämpfen und verteilte kluge Bälle.

Strootman. Zombie. Etwas undankbar, doch einer passte nicht so recht ins eingespielte Orchester. Vor allem in der ersten Hälfte wirkte Kevin behäbig und ungenau, nach der Pause besser.

El Sharaawy. Der Fluch des Pharao. Das Grün des Olimpico ist sein Revier, für den Gegner gibt es nach 44 Sekunden kein Entkommen, kraftvoll und unerbittlich wie ein Falke. Der Unersättliche bestraft die Eindringlinge ein zweites Mal, schnell und giftig wie eine Kobra.

Dzeko. Der Oger. Nach den zwei Toren an der Stamford Bridge haben die Londoner ein besonderes Auge auf seine Umtriebe. Hat kaum Torchancen, schafft dafür Freiräume für seine quirligen Mitspieler und legt zum 1-0 auf.

Perotti. Danse Macabre. Die Formkurve zeigt immer weiter nach oben und findet mit seinem trockenen Distanztor ihren bisherigen Höhepunkt. Die vergebene Chance zum 4-0 legen wir mal unter "Gastfreundschaft" ab.

Manolas. Der Minotaur. Erlöst Florenzi von seinen Sonderschichten und hat nach einer Ecke sogar die Chance zum Tor auf den Hörnern. Willkommen zurück.

Gerson. Kleiner Poltergeist. Ein paar Minuten, um mitzuspuken.

Pellegrini. Der Sandmann. Kurz vor Schluss noch etwas Sand in die Augen für die Gäste, die doch nur noch ins Bett wollen.


29.10.2017

ROMA – Bologna 1-0

Die Zusammenfassung:

Eusebio Di Trapello, halb Trapattoni, halb Capello, fährt den dritten 1-0-Erfolg in Folge ein und bleibt dicht an den Spitzenmannschaften dran. Dank einer felsenfesten Abwehr ganz in der Tradition italienischer Taktikfüchse. Die Chancenerarbeitung und -verwertung lassen weiterhin zu wünschen übrig, was sich gegen stärkere eher rächen könnte. Daran muss gearbeitet werden.

Die Einzelkritiken:

Alisson. Catman. Die unmenschliche Reaktion gegen Helander in der ersten Hälfte zeichnet ihn endgültig als Superhelden aus. Mit dem Fuß heute nicht ganz so sauber wie sonst.

Florenzi. TÜV-geprüft. Wird nach Karsdorp Ausfall doch wieder häufiger hinten rechts starten, zeigt, dass man sich auf ihn verlassen kann.

Fazio. Hightower. Der humorlose Riese sorgt für Recht und Gesetz vor Alissons Abwehr. Meist per Kopf, nur einmal etwas kopflos. In der Freizeit macht er auch Da Costa mit einem Fernschuss Angst.

Juan Jesus. Läuft über Wasser. Spürt das Vertrauen von Trainer und Team, zahlt es mit meist solidem Spiel zurück.

Bruno Peres. Kniffel. Die Rotation wirft ihn auf die ungewohnte LV-Position. Nach Zufallsprinzip dagegen sein Spiel: Beginnt furios, schläft dann ein- zweimal ein, rennt mal den Gegnern mit Leichtigkeit weg, aber verlässt den Platz mit muskulären Problemen.

Pellegrini. Schweizer Taschenmesser. Für jede Herausforderung eine passende Lösung. Serviert El Sharaawy den Eckball zum Siegtor, lässt uns Fans auf seinen ersten Treffer weiter hoffnungsvoll warten.

De Rossi. Wikinger. Bart und Haarschnitt verbreiten Angst und Schrecken, DDR nutzt den Platz in der ersten Hälfte entsprechend. Nach der Pause holt er die Axt raus.

Strootman. Beta-Kevin. Läuferisch ohne Fehl und Tadel, aber in seinen Schlüsselaktionen meist unglücklich.

Defrel. Iturbisiert. Opfert sich auf, was die Fans auch honorieren. Ansonsten eine Ansammlung von "Widerworten": "Toller Sprint, aber ...", "Gute Idee, leider ...", "Feiner Schluss, jedoch ...".

Dzeko. Prügelknabe. Zieht die Abwehr oft an sich, steckt ordentlich ein, ist gegen Ende des Spiels zu oft auf sich allein gestellt. Drei Ligaspiele ohne Tor in Folge, kennt man gar nicht mehr.

El Sharaawy. Meisterassassine. Die Videospielreihe Assassin's Creed führt Gamer derzeit nach Ägypten, vielleicht rühren daher Stephans Fähigkeiten? Seinem Tor fällt Bologna zum Opfer: Richtiges Timing, unfehlbare Technik, aus dem Nichts.

Perotti. Baldrian. Nach ein paar guten Antritten lässt er es ruhiger angehen und schickt Bologna mit einer Gutenachtgeschichte ins Bett.

Moreno. Weiße Weste. Fügt sich nahtlos in den Defensivverbund ein.

Gerson. Applausometer. Kommt für El Sharaawy, damit er sich die Standing Ovation abholen darf.

26.10.2017

Roma – Crotone 1-0

Die Zusammenfassung:

20 zu 3 Torschüsse, 72,6 Prozent Ballbesitz, 1 Elfmetertor. Rom erntet weniger als verdient, was neben dem Pech auch der starken Rotation von Di Francesco geschuldet sein könnte. Zwei Aluminiumtreffer durften auch gegen Crotone nicht fehlen. Unterm Strich zählen jedoch die drei Punkte. Einziger wirklicher Wermutstropfen: Karsdorp Kreuzbandriss.

 
Die Einzelspieler:

Alisson. Überstundenabbau. Die Mitspieler gönnen ihm einen entspannten Tag.

Karsdorp. Wenn's am schönsten ist. Gutes Debüt, grotesker Epilog. Die Romfans hoffen schon, Bruno Peres seltener zu sehen, da folgt die Schreckensnachricht seiner Verletzung.

Fazio. Eiserner Vorhang. Kein Durchkommen für die harmlosen Gäste.

Moreno. Ohne Hekmek. Wenig gefordert, zeigt aber, dass man auf ihn setzen kann diese Saison.

Kolarov. Schraubenzieher. Gewohnt dominant: Erster Warnschuss, dann entkorkt er das Spiel früh mit dem herausgeholten Elfmeter. Als Bonus ein frecher Freistoß an den Außenpfosten.

Gerson. Samba mit Kanten. Di Francesco setzt immer mehr auf den Brasilianer, der sich auch für Defensivarbeit nicht zu schade ist. Insgesamt noch spröde, aber gegen solche Gegner kann er in Ruhe dazulernen.

Gonalons. Weichspüler. Wenn Strootman die Waschmaschine ist, ist der Franzose dafür verantwortlich, das Passspiel aus dem Zentrum heraus geschmeidig zu gestalten. Gerne etwas mehr Tempo.

Nainggolan. Snooze-Taste. Der Überflieger vom letzten Jahr lässt es weiter langsam angehen. Ohne Ausreißer nach unten oder nach oben.

Ünder. Lost in Translation. Findet kaum Anknüpfung ans Spiel und die Mitspieler. Warten wir die nächste Prüfung ab.

Dzeko. Traktor. Kommt langsam in Gang, schleift dabei aber das Team hinter sich her. Die Latte verwehrt im ein verdientes Tor.

Perotti. Slow-Mo. Zweiter Elfer der Saison, dieses Mal aber drin. Kommt langsam wieder in Gang und zeigt sich konkreter.

Defrel. Back on track. Nach längerer Pause wieder dabei, zeigt er seine Qualitäten als Sprinter und seine Mängel als Vollstrecker.

Pellegrini. Betriebstemperatur. Schon wenige Minuten nach seiner Einwechslung spendiert er kluge Pässe an die Mitspieler.

Florenzi. Staffelläufer. Der Unglücksrabe vom Vorjahr ersetzt den Unglücksraben der neuen Saison.

23.10.2017

Torino – ROMA 0-1

Die Zusammenfassung:

Europa war gestern, Serie A ist heute: Im Stadio Grande Torino zelebrieren Gastgeber und Gäste italienisches Taktikschach, bei dem die Offensivbemühungen beider Teams kaum zum Zug kommen. Di Francescos Idee, mit Nainggolan auf rechts außen Freiräume für Pellegrini zu schaffen, fruchtet kaum, auch wenn Rom mehr vom Ballbesitz hat. Gerade der finale Pass landet oft im Nichts, überhaupt wirkt das Angriffsspiel überhastet.  Anders aufgestellt, sieht es in der 2. Hälfte besser aus, dennoch sind Chancen rar. Umso wichtiger war Kolarovs Freistoßtor. Dafür funktionierte die Abwehr gut, Sadiq stand stets im Abseits, Ljajic und Falque blieben sehr blaß. 

Die Einzelnoten:

Alisson. Freikarte. Außer einer gelben Karte wegen Zeitspiel nicht erwähnenswert.

Florenzi. Minimalist. Emsige Partie ohne Glanz, macht was er soll in der Defensive, vorne versucht er es mal mit einem Barcelona-Gedenktor aus der Ferne.

Juan Jesus. Verwandlungskünstler. Ungewohnt auf halbrechts, ungewohnt konzentriert am Gegner. Gut so!

Moreno. Piñata. Notgedrungen setzt Di Francesco auf die mexikanische Überraschung und wird mit einer charismatischen Darbietung belohnt.

Kolarov. Golarov. 2 Freistoßtore, 6 Punkte, der Nächste bitte.

Pellegrini. Feiner Zwirn. Bewegt sich gewohnt elegant über den Platz, passte damit aber nicht zur zähen Ausrichtung der Partie. Verlor sich öfter in seiner Hybridposition.

De Rossi. Schmittchen Schleicher. Überraschend unscheinbarer Auftritt, gefühlt halb so viele Ballkontakte, wie man es von der Schaltzentrale kennt. 

Strootman. Schmelzkäse. Unsauber und unsicher, hat er aus dem Mittelfeld heraus die meisten Chancen, um Akzente zu setzen, trifft aber oft die falsche Entscheidung. 

Nainggolan. Eisbrecher. Soll über rechts ein Loch in Turins Hintermannschaft reißen, kommt damit aber nicht wirklich zurecht. Besser in zentraler Position ab der Halbzeitpause.

Dzeko. Darm mit Charme. Reist mit Infekt an und wirkt entsprechend gehemmt und oft einen Schritt zu spät, aber hilft mit seinem Ein-Mann-Pressing dem Team.

El Sharaawy. Verstopfte Autobahn. Findet wenig Entfaltungsspielraum auf links, obwohl ihm Kolarov den Rücken freihält. Wird aber im entscheidenden Moment angefahren, holt so den Freistoß zum Siegtor heraus.

Ünder. Roller Derby. Schnürt sich für eine halbe Stunde die Rollschuhe an und eilt entsprechend flott den Gegnern davon. Leider bleibt davon beim Abschluss immer nur ein niedlicher Kullerball übrig. 

Perotti. Klebestreifen. Sorgt für Entlastung in den letzten 10 Minuten.

Bruno Peres. Homecoming Queen. An alter Wirkungsstätte in gewohnter Form. Auf eine gute Aktion kommen zwei weniger gute. 

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19.10.2017

Chelsea FC – AS ROMA 3-3

Zusammenfassung:

Das 3-3 bei Chelsea war Folge des "Yugo bonito" - eine herausragenden Offensivleistung im Zeichen von Dzeko und Kolarov. Mit einer stabileren Abwehr wäre sogar mehr drin gewesen. Nichtsdestotrotz muss man Di Francesco den bisherigen Auftritt in Europa hoch anrechnen: Noch nie hatte die Roma die ersten drei Spiele der Champions-League-Gruppenphase ohne Niederlage abgeschlossen, dabei hat der Coach erst letztes Jahr erste Erfahrungen im Europapokal gesammelt. Ein Weiterkommen schien nach der Auslosung fast unmöglich, jetzt könnte ein Sieg im Optimalfall sogar reichen.

Alisson. Pechvogel. Ohne Chance bei den Gegentreffern, löst er einige brenzlige Situationen mit Courage und Konzentration.

Bruno Peres. Olles Ü-Ei. Wenig Schokolade, wie bei 2 ordentlichen Flanken. Sonst gut durchgeschüttelt, in der Hoffnung auf eine tolle Überraschung, doch wieder nur unbrauchbarer Ramsch drin.

Fazio. Fernbedienung. Seine Vorlage zu Dzekos Ausgleich erinnert an ein fernes Parma-Roma des letzten Meisterjahres: Langer Pass Samuel, Volley Batistuta, Tor. Doch an die Solidität seines berühmten Landsmanns kommt er nicht ran: Wo steht Federico bei Hazards Kopfballtreffer?

Juan Jesus. Götterspeise. Klärt ungenau auf David Luiz und lädt ihn so zum Schnibbelwunder ein. Bleibt auch sonst auf wackligen Beinen, sein Ballverlust führt zum 2-0.

Kolarov. Rock'n'rov. Kennt den englischen Fußball gut genug, um sich nicht einschüchtern zu lassen. Entsprechend düpiert er die Abwehr vor seinem satten Anschlusstreffer. Sein linker Fuß bleibt nach der Pause heiß genug, um per Freistoß das 3-2 aufzulegen.

Nainggolan. Unsichtbarer Ninja. Er selbst bleibt lange im Schatten, auch weil David Luiz ihn mit allen Mitteln beschattet. Nach 30 Minuten aus dem Nichts die Chance zum Ausgleich, offensiv sonst wenig zu sehen. Gute Laufleistung, aber weiterhin nicht in der Form, die man von ihm kennt.

Gonalons. Wiederauferstehung. Nach der Qarabaq-Katastrophe wieder in der Startelf. Insgesamt saubere Leistung, mit zwei Schönheitsfehlern: Bringt Juan Jesus vor dem 2-0 mit schlampigen Pass in Bedrängnis, ein weiterer Harakiri-Pass bleibt zum Glück ungenutzt.

Strootman. Windmühle. Läuft bei ihm, aber nicht rund.: Er bewegt dabei mehr Luft als Bälle. Noch nicht ganz erholt nach seiner Verletzungspause.

Gerson. Abrakadabra. Wie ein Kanichen aus dem Zylinder zaubert Di Francesco den Brasilianer in die Startelf. Böse Erinnerungen an seinen Auftritt bei Juve in der Vorsaison werden wach, aber Gerson steht seinen Mann. Alles andere als glänzend, in der Offensive, aber diszipliniert und einsatzfreudig.

Dzeko. Doppelter Klingelstreich. Ding, dong, ding, dong! Knoten geplatzt. Mit Man City hatte er nie gegen Chelsea getroffen, mit Rom zeigt er sich von seiner besten Seite. Dazu auch viel mehr Lauffreude als noch gegen Neapel.

Perotti. Morgens Fango, abends Tango. Dribbeln im Sinne des Teams, so muss es sein. Nutzt endlich mal mehr vom Spielfeld als die wenigen Meter vor der Eckfahne und sorgt damit für mehr Vielfalt im Angriff und hat auch einige gute Chancen, die Schüsse sind jedoch zu unplatziert. Holt den Freistoß zum 3-2 heraus.

Pellegrini. Caffè ristretto. Ersetzt den ausgepowerten Gerson und bringt neue Impulse. Unglücklich, dass er deshalb dem 3-3 beiwohnen muss.

Florenzi. Ciao nonna! Ein paar Minuten, um der Familie eine Postkarte von der Themse zu schicken.

El Shaarawy. Kurzsprint. Gerade mal genug Zeit, um den Turbo zweimal zu testen.

24.09.2017

AS ROMA - Udinese Calcio 3-1

AS Roma - Udinese 3-1

Die Roma rockt. Es mag nicht jeder Ton zu hundert Prozent sitzen. Vielleicht ist der Sound noch nicht perfekt abgemischt. Aber meine Güte, Di Francescos Stil ist kein weichgespülter Pop, sondern krachende und lautstarke Musik, wenn mal richtig eingespielt.


Alisson. Walk The Line (J. Cash). Auch wenn kaum gefordert, ist Becker von Anfang an hellwach, blitzschnell und vom Glück geküsst, siehe Lattentreffer. Beim Gegentor hätte er evtl. früher rauskommen können, bei so einer Eins-gegen-eins-Situation schwer einzuschätzen.

Florenzi. Hungry Heart (B. Springsteen). Solide, gerade in der 1. HZ mit guten Kombinationen, agiert manchmal etwas überhastet. Bei Ale hat man zumindest meist das Gefühl, dass die rechte Seide in guten Händen ist. Gegen Ende macht sich die mangelnde Kondition bemerkbar.

Manolas. Under my thumb (Rolling Stones). Hat keinen schweren Tag erwischt und hat die Gegner im Griff, vor allem in der zweiten Häflte wird es etwas turbulent.

Fazio. Rise above (Black Flag). Von oben blickt er auf die Gegner herab und liest die meisten Situationen mühelos im Voraus.

Kolarov. Where is my mind? (Pixies) Gegen Udinese wirkt unsere Nr. 11 wenig inspiriert, nichtsdestotrotz akzeptable Partie. Darf das erste Mal verschnaufen.

Nainggolan. Used for glue (Rival Schools). Radja angelt sich wie gewohnt die Bälle, umgekehrt klebt die Kugel an ihm, dass man sie ihm nicht losreißen kann. Siehe, wie er das 1-0 provoziert für Dzeko.

De Rossi. The Middle (Jimmy Eat World). Dreh- und Angelpunkt des Mittelfelds, die Pause gegen Benevento hat er genutzt. Ordnet, verschiebt, brüllt. Danke.

Strootman. These Boots Are Made For Walkin' (N. Sinatra). Kevin mit einem ordentlichen Laufpensum, findet sich nach den anfänglichen Schwierigkeiten auch immer besser mit der Spielweise von EdF zurecht.

Perotti. Bad Luck (Social Distortion). Unser Dribbelkünstler ist fleißig. aber diese Saison sieht es weiterhin oft fruchtlos aus. Glück im Unglück, als er mit einer unnötigen Rabona das 3-0 vorbereitet, richtiger Pechvogel, als sein herausgeholter Elfmeter nur den Pfosten küsst. Darf mit einer tiefen Schnittwunde und 10 Stichen als Erinnerung nach Hause.

Dzeko. Get That Goal (Giuda). Der Junge hat einen Lauf, Di Francesco sieht das und setzt weiterhin auf Edin im Sturmzentrum. Wieder einer der Aktivposten, darf sich aber weitere Tore für die anstehenden Partien aufheben und macht vor Spielschluss Platz für Defrel.

El Sharaawy. TNT (AC/DC). Doppelknall für Stephan, der zweimal richtig steht und gedankenschnell den Fuß hinhält, auch sonst sehr aktiv und belebt durch das Vertrauen des Trainers.

Moreno. Distance and Meaning (Converge). Darf auch mal wieder mitmischen und ausnahmsweise auf links. Nicht sein Ding: Bei einem langen Ball hebt er das Abseits auf und ebnet Udinese den Weg zum Ehrentreffer.

Defrel. Waiting Room (Fugazi). Ist nun wohl in der Rolle des Vize-Dzeko gelandet, die auch am besten zu ihm passt, andere Spieler sind für die Außenbahn bessere Lösung. Zeigt in wenigen Minuten dennoch viel Einsatz, gute Laufwege, aber mangelnde Chancenverwertung. Muss weiter auf ein Tor, und auch häufiger auf Spielminuten warten.

Bruno Peres. Hard To Explain (The Strokes). Hört man da Buh-Rufe im Stadion bei seiner Einwechslung? Der arme Bruno.